Das Weinglas

Ein Weinglas ist in seiner Form ausschließlich dem Wein gewidmet. Schon im alten Ägypten um 2400 vor Christus dienten gewisse Gläser bestimmten Zwecken. Die Formen waren natürlich abhängig von den Möglichkeiten der Glasfertigung.

 

Im 18. Jahrhundert stiegen die Ansprüche bezüglich Form und Design. Das Weinglas war ein fester Bestandteil der Tischkultur und entwickelte sich zu einem Kunstwerk. Farbe, Schliff und Gestaltung gelangten zum Höhepunkt.

 

Mit dem Art Déco verzichtete man auf Opulenz und Dekor – man sah im Glas die reine Zweckform.

Ein Weinglas besteht aus dem oberen Teil des Glases, dem Kelch (Kuppa), der den Wein beinhaltet, aus dem Stiel und einem Fuß zum Abstellen.

Man nimmt das Weinglas immer am Stiel, denn so verhindert man das „Erwärmen“ des Weines. Je länger der Stiel, desto kühler bleibt der Wein. 

 

Die Form des Kelches hat Einfluss darauf, welche Geschmacksnerven der Wein verstärkt anspricht, und ob damit das Geschmacksempfinden mehr von der Säure, vom Fruchtschmelz oder von der Süße beeinflusst wird.

Einer der ersten, die sich mit den Fragen nach der Funktion des Glases, nach dem Zusammenspiel von Glas und Eigenart des Weines beschäftigten, war der österreichische Unternehmer und Glasdesigner Claus Josef Riedel (1925-2004). 

Anfangs wurde er belächelt, aber mit der Zeit setzte sich die Erkenntnis durch, dass Gläser, wie man sie bisher benutzt hatte, kaum geeignet waren, edle Weine optimal zur Geltung zu bringen. 

 

Die heutigen gestalterischen Prinzipien des Glasdesigns basieren weitgehend auf seinen Erkenntnissen und Entwürfen. Die revolutionäre Glasserie „Sommeliers“ ist die bekannteste unter seinen ästhetischen langstieligen, hauchdünnen und zerbrechlich wirkenden Glaskreationen.

Klares und farbloses Glas mit glatter Oberfläche schafft die Voraussetzung für die sichere Beurteilung von Farbe und Reinheit des Weines. Schliffe und Gravuren wirken sich störend aus.