Vollpension forever - Das Generationen-Kaffeehaus in der Schleifmühlgasse macht Omas und Gäste dauerhaft happy

In der „Vollpension“ backen SeniorInnen, die in Teilzeit angestellt sind, ihre Lieblings-Mehlspeisen nach alten Familienrezepten und servieren sie garniert mit spannenden Lebensgeschichten und Erfahrungen den jüngeren Gästen. Aus dem erfolgreichen Pop-up-Konzept wird nun ein permanentes Social Business in der Wiener Schleifmühlgasse.

Die Grundidee der Vollpension ist schnell erklärt: Wo gibt´s die beste Mehlspeis´? Nicht beim Sacher oder in der Kurkonditorei, sondern bei der Oma oder Tant´. Omas Speis‘ und Trank als Kommunikations-Katalysator am Kuchltisch einerseits und als Zuverdienst für pensionsschwache SeniorInnen andererseits. Das Ganze abgemischt mit jeder Menge Oma-Kitsch ergibt die Vollpension.

Vollpension Forever

Was 2012 als einmalige Social-Design-Intervention im Rahmen der Vienna Design Week geplant war, erfreute sich zu großer Beliebtheit um einmalig zu bleiben, gastierte seitdem mehrmals in Wien, wurde 14 Tage vom europäischen Forum Alpbach nach Alpbach eingeladen, tourte durch Österreich und wurde im In- und Ausland preisgekrönt. Nun wird aus dem temporären ein dauerhaftes – Kaffeehaus, zum gemeinnützigen Vollpensions Verein der 2012 von den Gebrüdern Stitch initiiert wurde, gesellt sich die Vollpension Generationencafe GmbH als Social Business.
„Die Oma kriegt also einen permanenten Wohnsitz“ wie die Initiatoren des Projektes es ausdrücken, zu denen sich ein Unternehmerteam rund um Hannah Lux gesellt, welches das Projekt in Zukunft weiter entwickeln und vorantreiben wird.



Ab 04.06.2015 rattern in der Schleifmühlgasse 16, in 1040 Wien, sechs Tage die Woche die Mixer, die Plattenteller trällern und die Tratschmäuler schnattern. Es werden wie bereits in der Vergangenheit die geilsten Mehlspeisen der Stadt nebst dem Hausgetränk Eierlikör und pikanten Klassikern wie Toast Hawaii in der offenen Küche von den backenden SeniorInnen, vor den Augen und Nasen der Gäste produziert und anschließend kredenzt. Optik und Olfaktorik, die einen in die eigene Kinderstube beamen.

Neu ist, dass die Oma neben süßen und sauren Naschereien auch warme Hausmannskost, wie Schweinsbraten oder Krautfleckerl fabriziert, auch Gastro-Exotiker wie gebackene Mäuse, Buchteln mit Vanillesauce oder Käseigel dürfen bei der Oma nicht fehlen.

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Oma allein zu Haus – Muss nicht sein

„In Österreich gibt es über 500.000 alleinstehende SeniorInnen, ein Viertel davon lebt unterhalb der Armutsgrenze, ein weiteres Viertel nur hauchdünn darüber. Gerade in den Städten gibt’s viele alleinstehende ältere Menschen, die eine sinnstiftende Tätigkeit und Anschluss suchen. Die Vollpension bietet genau das: ein Zusatzeinkommen, Anschluss, Kontakt und a gmiatliches Platzerl zum Reden.“
Gerade im urbanen Umfeld kommen wir jungen oft nicht mit älteren Menschen außerhalb der eigenen Family ins Reden. Auf der anderen Seite gibt’s genug ältere Menschen in der Stadt, die viel zu erzählen, aber wenig Anschluss haben“, so Hannah Lux die Unternehmerin hinter dem nun permanenten Social Business. Mit Start des Lokals beschäftigt die Vollpension zwölf SeniorInnen als BäckerInnen und GastgeberInnen, die zum Großteil geringfügig angestellt sind.

Vollpension
Schleifmühlgasse 16
1040 Wien
Tel. 01/5850464
www.vollpense.at



Fotos: Mark Glassner