Josef Floh - ideenreicher Wirt mit Herz in Langenlebarn - über Respekt, Radius 66 und etwas Pfiff samt Lächeln

Herr Floh, Sie haben Ihre Gastwirtschaft 1994 von Ihrem Vater übernommen und aus einem einfachen Dorfwirtshaus eine unkonventionelle, sehr erfolgreiche Gastwirtschaft mit Weitblick – trotz des engen Radius 66 (Smile) -  insbesondere was die Natur und deren Ressourcen angeht – gemacht. Wie haben Sie es geschafft, Ihren „Floh-Zirkus“ in diese Richtung zu dirigieren?
Ehrlichkeit, Respekt und ein wenig Glück sind sicher wesentliche Faktoren in dieser Entwicklung.
Jeder Tag ist von viel Freude begleitet: Die Möglichkeit, Menschen zu betreuen, sie zu verwöhnen, Gäste zu überraschen und gleichzeitig laufend neue Ideen zu verwirklichen halten Geist und Esprit  jung!


Erklären Sie uns bitte das hauseigene Konzept „Radius 66“?
Wir verwenden in unserer Küche fast ausschließlich Produkte aus einem Umkreis von 66 km mit Herkunftsnachweis - meist biologisch und nicht von großen Konzernen.
Der Radius 66 steht sinngemäß für das gesamte Bundesland Niederösterreich, Wien und das nördliche Burgenland.
Es gibt natürlich auch einige Ausnahmen wie Salz (wir verwenden Bergkernsalz aus dem Salzkammergut), Bio-Schokolade von Sepp Zotter sowie eine Reihe von Gewürzen, welche wir fast ausschließlich von Sonnentor beziehen, die jedoch nicht alle im Waldviertel gedeihen.


Gut essen und trinken bedeutet für jeden etwas anderes … Was bedeutet es speziell für Sie?
Respekt ist einer der ganz wesentlichen Faktoren! Respekt vor dem Produkt, den Menschen und der Natur! Nur wer im Umgang mit seiner Umwelt ganzheitlich entscheidende Faktoren mitbringt kann auch mich begeistern.
Gut essen und trinken heißt vor allem auch Einsatz von ehrlichen Produkten, ehrlichem Handwerk, Überraschung, etwas Pfiff und einem Lächeln!

Welche Eigenschaften sollten Wirtsleute besitzen, um dem Gast dieses besondere Wohlgefühl, das gute Wirtshäuser so an sich haben, zu bieten?

Freude an ihrem Beruf, Ehrlichkeit, Innovation und ganz viel Gefühl und Herz!

 

Ihr Lieblingsplatz im „Floh“?

Am Stammtisch bei den Einheimischen ...

Die „Floh-Schank“ wurde von Falstaff sogar mit der besten Weinkarte des Landes ausgezeichnet. Wie wird das Sortiment von den Stammgästen angenommen?

Unsere Stammgäste sind wohl die bestausgebildeten Weinfachfrauen und -männer des Landes, da Sie sich mit uns und unserem Keller entwickelt haben. Natürlich gibt´s auch noch den G´spritzten aus dem Doppler - die Vielfalt des Angebots ist sehr wichtig.

 

Wie könnte man dem schleichenden Wirtshaussterben in ländlichen Regionen entgegenwirken? Ich stamme aus einer kleinen Weinstadt in Niederösterreich, wo derzeit zwei große, alteingesessene Gasthäuser zum Verkauf stehen, da sie innerfamiliär nicht mehr weitergeführt werden. 
Man könnte innerhalb der Familie die vielen positiven Aspekte des tollen Berufs hervorheben bzw. vorleben.
Die Lohnnebenkosten sind natürlich wie bei allen KMU´s (kleine und mittlere Unternehmen) ein wesentlicher Faktor der Destabilisierung des Finanzhaushaltes! Politisch müssen auch Veränderungen kommen. Ich hätte da noch eine Vielzahl von weiteren Wünschen …

 

 

 

Josef Floh lächelt und bewirtet im
Floh
Tullnerstrasse 1
3425 Langenlebarn
Telefon: 02272/62809
Mail: floh@derfloh.at 

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Montag 9:00-23:00
www.derfloh.at

 

Fotos: Jürgen Skarwan