Interview mit...

Wir wollen stets „im Gespräch“ bleiben und führen Interviews zum breit gefächerten Thema „Kulinarik und Genuss“. .

 

Ob Küchenpatrone, Patissiers, Kaffee-Experten, Wirtsleute, Winzer oder Menschen, die aus dem Wirtschaft- und Gesundheitssektor stammen – sie alle stehen uns Rede & Antwort!


Viel Lesegenuss wünscht das Steiner´s Team!!




Florian Klinger, Dipl. Diät- und Haubenkoch im Weissenseerhof über „Farm to table“, den Koch als Arzt und seine Öle

Herr Klinger, wie geht es einem, wenn man an einem paradiesischen Ort mit Produkten direkt aus der Region wie Fischen aus dem Weissensee und Gemüse aus dem Garten des Weissenseerhofes arbeiten kann? Ich nehme an, der Glücksfaktor ist relativ hoch!

Ja, absolut! Ich bestelle die notwendigen Produkte früh morgens und um 11.30 sind sie bereits im Hotel verfügbar. Ein Traum! Außerdem weiß ich genau, was ich bekomme!

Sie kochen und handeln nach dem „Farm to table“- Konzept … wie läuft es genau ab?
„Farm to table“ bedeutet „frisch auf dem Tisch“. Die Gärtnerei ist nur 6 km weit entfernt, die Milch vom Bauern stammt vom anderen Seeufer und der Fisch schwimmt kurz vor dem Zubereiten noch frisch und munter im Weissensee vor dem Haus. Das nenne ich einen einfachen und stressfreien Arbeitsablauf!

Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten nehmen immer mehr zu. Als gesunder, ziemlich alles vertragender Mensch stelle ich mir das Leben mit diesen Handikaps nicht gerade einfach vor. Kann man trotzdem ein genussvolles Leben führen?

Ja, doch! Es gibt viele Austauschprodukte, man braucht jedoch die nötige Beratung. Es gibt aber derzeit nur sehr wenige Köche, die in diese Richtung ausgebildet sind. Die Bandbreite der Nahrungsunverträglichkeiten ist sehr breit – der Koch der Zukunft wird der Arzt der Zukunft sein!

Sie beschäftigen sich nicht nur mit gesunder Ernährung die auch schmeckt, sondern auch mit naturbelassenen Ölen, die Sie sogar selbst herstellen. Was kann man mit diesen speziellen Ölen wie Hanf-, Lein-, Kürbis und Walnussölen bewirken?

Öle, die ein gutes Fettsäuremuster aufweisen, senken die Entzündungsbereitschaft im Körper. Raffinierte Industrieöle bewirken genau das Gegenteil. Leinöl z.B. kann bei schwer kranken Menschen sehr effektiv eingesetzt werden – soll aber nur kalt verwendet werden! 3 Löffel Leinöl vermischt mit 100g mageren Hüttenkäse – täglich eingenommen – ist ein wirksamer Blutverdünner. Die Nahrungsmittelindustrie bringt die gesundheitliche Balance in die Schräglage.

Kann man mit einer Nahrungsumstellung die „Sünden“ der Vergangenheit rückgängig machen?

Ernährung ist ein Lebensprozess. Eine Wiedergutmachung funktioniert relativ rasch.

Haben Sie noch ein paar Tipps für uns auf Lager, wie man sommerliche Hitzewellen unbeschadet und gesund ernährt übersteht? Nicht jeder kann einfach einen Sprung ins kühle Nass des Weissensees wagen … 

Auf kühlende Lebensmittel zurückgreifen und Scharfes wie Chili und  Kohlenhydrate meiden.

 

 

 

Fotos: Alexandra Binder