Thomas Blimlinger, Bezirksvorsteher in Wien Neubau, über seinen kulinarisch „üppigen“ Bezirk


Gerade mich, der in Neubau aufgewachsen ist und Neubau nie verlassen hat, freut es besonders, dass der 7. Wiener Bezirk vom Steiners-Guide-Redaktionsteam auserkoren wurde, um sich zwei Monate lang in seiner ganzen gastronomischen Hülle und Fülle zu präsentieren.

Als alteingesessener Neubauer, bin ich mir des „üppigen“ kulinarischen Angebotes im Bezirk bewusst und kenne auch so manches Plätzchen, das vielleicht noch von einigen nicht erkundet wurde. Einige Orte sind meine Lieblingsplätzchen, aber Leserinnen und Leser, die auf genaue Angaben zu Namen und Adressen hoffen, werde ich leider enttäuschen müssen. Erstens wären sie dann nicht mehr geheim. Und zweitens würde ich auf einen Schlag in meinen Lieblingslokalen keinen Platz mehr finden! Das geht natürlich gar nicht!

Deswegen werde ich mich während meines kleinen persönlichen Streifzugs durch den Bezirk auf meine Lieblingsgrätzl konzentrieren. Den Rest überlasse ich dem Steiner´s Guide Team.
Geschichtlich betrachtet stellt sich ja oft zu Anfang immer dieselbe Frage: Was kam zuerst, die Henne oder das Ei? Auch in Neubau ist unklar, was zuerst da war. Menschen, die das alternative Milieu in den späten 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts im Bezirk prägten oder Lokale, in denen sich diese Menschen gerne aufhielten.

Egal, Neubau ist – nach der Inneren Stadt – nicht nur der Bezirk mit den meisten Lokalen, sondern auch der mit der höchsten Vielfalt. Da gibt es die altehrwürdigen Wirtshäuser, vornehmlich am Spittelberg, die coolen Locations im Museumsquartier, die Multikulti-Lokale im ganzen Bezirk oder die neuen Kaffeestuben – vornehmlich im Bereich Zollergasse-Kirchengasse. Einfach für jeden und für jede etwas. Chacun y trouve son plaisir!

Das Erstaunliche: Sobald ein neues Lokal aufgesperrt hat, kann es passieren, dass man keinen Platz mehr bekommt (deswegen halte ich mich auch mit meinen Lieblingslokalen so zurück – Sie wissen schon!). 
Im Sommer laden die Schanigärten zum Verweilen ein. Auch hier großflächig wie im Museumsquartier oder am Spittelberg, der ältesten Beislszene im 7. Bezirk. Es reicht einmal rund um den Häuserblock im Bezirk zu spazieren, und man findet sicher gleich ein paar Lokale, die eine neue Welt eröffnen.

Nun hat sich in den letzten Jahren das Tempo, mit welchem Lokale im Bezirk eröffnen nochmals beschleunigt und die Vielfalt der Lokale abermals vergrößert. Das mag an vielen Faktoren liegen: Die ganze Stadt wächst und somit auch Neubau, als einer der am dichtest bebauten Bezirke. Fakt ist: Die neuen Bewohnerinnen und Bewohner kommen aus der ganzen Welt sowie aus allen Bereichen der Gesellschaft und tragen so zu einer immer größeren Vielfalt bei. Deswegen bin ich schon sehr darauf gespannt, wie ein Streifzug durch die vielen Restaurants und Lokale, Kaffeehäuser und Beisln in 10, 15 oder 20 Jahren aussehen wird, und welche kulinarischen Überraschungen uns in Neubau zukünftig erwarten werden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen Appetit gemacht habe und dass Sie sich zu einem eigenen Erkundungsrundgang verleiten lassen werden. Wer weiß, vielleicht stoßen Sie dabei sogar auf einen meiner geheimen Lieblingsorte.

Thomas Blimlinger